Praxisschwerpunkt Künstliche Ernährung:
Unsere Praxis hat sich auf die ärztliche Betreuung von ambulant
versorgten, künstlich ernährten Patienten spezialisiert. Z. Z. betreuen wir ca. 950 Patienten vorrangig im Hausbesuch mit dieser Indikation.
Ernährungsschwestern übernehmen die Belieferung und Mitbetreuung
- wir sind verantwortlich für alle diagnostischen und
therapeutischen Belange. Insbesondere stellen wir die Nahrung
zusammen - die Form der künstlichen Ernährung sowie deren
Zusammensetzung (Elektrolyte, Spurenelemente, Vitamine und die Nährstoffe
selbst) werden individuell auf den jeweiligen Patienten abgestimmt.
Indikationen:
Künstliche
Ernährung ist eigentlich gar nicht so künstlich, da sie
oft den Erfordernissen der Patienten wesentlich näher kommt. Sie ist "gesünder"
und oft nahrhafter als das, was heute gelegentlich als Normalkost
vertilgt und verabreicht wird. Gerade ältere und schwer kranke
Patienten sind aus pathologischen Gründen (Zahn/Gebißprobleme,
Erkrankungen des MDT, zehrenden Erkrankungen), aber auch sozialen Gründen
(mangelhafte Pflegesituation in Heimen oder zu Hause, besonders beim
Füttern) oft nicht in der Lage, ihren täglich
erforderlichen Nährstoffbedarf aufrechtzuerhalten. Generell
soll der Arzt an eine zusätzliche oder ausschließliche
Fremdernährung denken, wenn der Patient in eine katabole
Stoffwechselsituation gekommen ist oder droht, in diese zu gelangen.
Beweisende Parameter sind der BMI, der Gewichtsverlust, Albumin und
das Gesamteiweiß. Für den Patienten ist es am
vorteilhaftesten, wenn der Arzt den Zeitpunkt erkennen kann, bevor
die katabole Katastrophe beginnt, die einzelnen Stoffwechselebenen
zusammenbrechen.
Formen künstlicher Ernährung:
Es gibt 4 Formen der künstlichen Ernährung.: die
Zusatzkost, die Nasensonde, die PEG o. FKJ-Versorgung sowie die Ernährung
über den Port (o. Broviackathether).
- Die Trinknahrung wird bei Patienten verordnet mit
konsumierenden Erkrankungen, aber auch CED, solange der Patient
in der Lage und Willens ist, normale Kost prinzipiell zuzuführen,
also nur eine Ergänzung braucht. Der Geschmack wird
allerdings nicht von jedem Patienten, gerade über längere
Zeit, toleriert.
- Eine Nasensonde eignet sich nur maximal 4 Woche zur Nährstoffzufuhr.
Diese Sonde wird als sehr störend empfunden und verursacht
bei längerer Liegedauer partielle Nekrosen.
- Die Sondenkost über PEG (oder FKJ) ist dringend und
viel häufiger indiziert als angenommen bei den vielfältigen
geriatrisch - neurolog. Krankheitsbildern wie Demenz, Z. n.
Apoplex usw., die mit zentralen Schluckstörungen
einhergehen, oder deren anatomische Verhältnisse ein ungestörtes
Schlucken nicht mehr erlauben. (z.B. sämtliche Tumoren des
oberen MDT).
- Eine Portversorgung ist indiziert, wenn eine Resorbtion oder
das Legen einer Sonde aus anatomischen Gründen nicht mehr möglich
ist. Hier handelt es sich in erster Linie um Tumorpatienten, die
häufig wegen einer verabreichten Chemotherapie einen Port
liegen haben.
- Trinknahrung: Es besteht das Problem, dass die
unterschiedlichen Kassen bei unterschiedlichen Krankheitsbildern
verschieden die Kostenübernahmen handhaben. Hier gibt es
letztlich kein Patentrezept. Das muss jeder Kollege in seinem
Umfeld austesten.
- Bei der Ernährung Sondenkost über PEG (oder FKJ)
besteht überhaupt kein Diskussionsbedarf mit Krankenkassen.
Die Indikation stellt der Arzt. Der Patient wird eingewiesen,
die PEG gelegt. Der Patient verbleibt i d. R. 1 Tag zur
Beobachtung wegen möglicher Blutungen im Krankenhaus. Es
darf auf keinen Falle vergessen werden, dass geriatrische
Patienten oft unter Betreuung stehen, die Betreuer schriftlich
mit Kopie ihres Ausweises ihr Einverständnis dokumentieren
müssen.
- Bei der Portversorgung ist darauf hinzuweisen, das alleine
die Medikation und Nahrung eines Portpatienten zwischen 6.000
-15 .000 € /Quartal beträgt. Abrechnungstechnisch sind
Patienten mit künstlicher Ernährung eher undankbar.
Alle Leistungen fallen entweder ins Praxis- oder die Nahrung ins
Arzneimittelbudget. Die 7180 (der Schwesternhausbesuch mit ca.
5 € vergütet) ist die einzige GON, die als budgetfreie
Leistung attraktiv sein kann.
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